Im Jahr 1995 gründete der künstlerirsche Leiter Dr. Jurij Alschitz zusammen mit der Programmdirektorin Christine Schmalor und weiteren engagierten Künstlerinnen und Künstlern AKT-ZENT internationales Theaterzentrum  Berlin, um eine Stätte des kontinuierlichen Lernens, Experimentierens und Forschens zu schaffen. Zur gleichen Zeit gründete Jurij Alschitz weitere Zentren in Italien und Schweden, die sich im Jahr 2000 mit AKT-ZENT zur European Association for Theatre Culture zusammenschlossen.

In Anerkennung der erfolgreichen Arbeit wurde AKT-ZENT zunächst Forschungszentrum des ITI – Theatre Education & Training Committee; auf dem ITI Weltkongress 2011 ernannte die Vollversammlung AKT-ZENT aufgrund des gemeinsamen Projektes The World Theatre Training Library zum Forschungszentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI).

2017 wurde der Name dem neuen Profil angepasst: World Theatre Training Institute AKT-ZENT/ITI.

Seit Beginn hatte Dr. Jurij Alschitz die Arbeit der Zentren auf mehrjährige Weiterbildungsprojekte angelegt, die die Partner verbanden. Sie verfolgten klare thematische Linien, die mit ihren Themen präzise aufeinander aufbauten und in vielfältigen Formaten, wie Seminare, Meisterklassen, Sommerschulen und Festivals mit verschiedenen Partnern in ganz Europa, später weltweit, durchgeführt und von der europäischen Kommission wiederholt unterstützt wurden.

Die wichtigsten Projekte

School after Theatre (1995 – 2009)

Ein Weiterbildungsprogramm der drei Partnerorganisationen AKT-ZENT, PROTEI, SCUT in Kooperation mit der ⇒Russischen Akademie für Theaterkunst (GITIS) bot zu dieser Zeit erstmalig eine drei-jährige modulare Fortbildung für Schauspiel und Regie. Die intensiven Arbeitsphasen wurden durch europäische Laboratorien ergänzt, zu denen Künstler*innen aus allen Partnerzentren eingeladen wurden, um mit Platon, Tschechow, Dostojewskij, Shakespeare etc. zu experimentieren; Die Laboratorien wurden öffentlich präsentiert oder erhielten Einladungen zu Festivals, wie den ⇒Theatre Olympics Moscow.

Das Programm „Schule nach dem Theater“wurde über zehn Mal in verschiedenen Ländern mit einer wachsenden Zahl von Partnern durchgeführt.

Eine ganze Generation von Schauspieler*innen und Regisseur*innen geben heute weltweit ihr erworbenes Wissen weiter: „The School of Jurij Alschitz“.

METHODIKA International Festival for Theatre Training Methods (seit 1999)

Um der öffentlichen Diskussion über die Ausbildung an Hochschulen, aber auch einem Training im Theater selbst Nachdruck zu verleihen, neue Lehransätze zu erkunden und zu veröffentlichen, etablierte Dr. Jurij Alschitz das erste Festival für Trainingsmethoden. Die METHODIKA wurde 1999 ins Leben gerufen. Auf Anhieb kamen über 80 Theaterschaffende und Experten aus ganz Europa zusammen und untersuchten das Thema „Persönlichkeit und Ensemble“ unter sehr verschiedenen Blickwinkeln.

Seitdem wird METHODIKA als Internationales Theaterfestival für Theatertrainingsmethoden an unterschiedlichen Orten in ganz Europa alle zwei Jahre durchgeführt.

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The Face of 20th Century Woman – the Vertical of the Role (2000-2001)

Um „Das Gesicht der Frau des 20. Jahrhunderts“ zu erforschen wurde die Methode der „Vertikale der Rolle“ gewählt. Erstmals sollten alle methodologischen Schritte und künstlerischen Facetten mit einer erlesenen Gruppe von europäischen Schauspielerinnen erprobt und danach der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die von den Schauspielerinnen erstellten dramatischen Monologe basierten auf Werken von Ibsen, Strindberg, Wedekind, Pirandello und Lorca; Autoren, die sich im frühen 20. Jahrhundert mit Frauenbildern beschäftigt haben.
Diese Methode bedient sich der Dekonstruktion des Ausgangstextes, um den thematischen Gehalt vom situativen Kontext zu lösen und zur philosophischen Dimension vorzudringen und zugleich den persönlichen Zugang zu öffnen.
Der einjährige Arbeitsprozess und seine Ergebnisse gaben der „Methode zu selbstständigen Erarbeitung einer Rolle“ seine endgültige Gestalt. Das Handbuch von Jurij Alschitz Die Vertikale der Rolle wurde im neu gegründeten Selbstverlag ars incognita 2001 veröffentlicht.

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From Cliché in Art to the Art of Cliché (2005-2006)

Mit verschiedenen Aktivitäten unter dem Titel „Vom Klischee in der Kunst zur Kunst des Klischees“ wurden zum Einen eingefahrene Mechanismen der Schauspielkunst kritisch beleuchtet und überlegt, was klischeehaftem Agieren entgegen gesetzt werden kann, zum Anderen das Klischee in seinem kulturverbindenden Wert bis hin zum Ritual erforscht und auf die Verwendungsmöglichkeiten im Theater geprüft. Künstler*innen aus ganz Europa trugen mit öffentlichen Vorführungen und Diskussionen zu einer umfassenden Neubetrachtung von Theaterkonventionen bei.

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The Art of Dialogue (2008-2010)

Jurij Alschitz und sein Team of Teachers haben mit über hundert Künstler*innen in Laboratorien, Seminaren und internationalen Aufführungen “Die Kunst des Dialogs” in seinen vielen Ausprägungen systematisch in der Praxis untersucht und damit das Fundament gelegt für umfassendes methodologisches Werk über den Bühnendialog Die Kunst des Dialogs, das Schauspieltheorie mit praktischen Übungen verbindet.

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The New Face of the Acting Teacher (2012-2014)

Der erste Ausbildungsgang zum Schauspiellehrer setzte sich zum Ziel, auf den Grundlagen anhaltender Forschung und interkultureller Erfahrung, neue Lehrkonzepte zu entwicklen, die Rolle des Lehrers im Theater neu zu bestimmen und damit seine Position zu stärken. Die Ausbildung zum Theaterlehrer erhält besondere Bedeutung im Hinblick auf die sog. zweiten Karriere für Schauspieler*innen.
Das Programm konnte gemeinsam mit dem Centro Universitario de Teatro an der Universidad Nacional Autonoma de Mexico und mehreren europäischen Partner mit Studenten aus Mexiko, Lateinamerika und Europa realisiert werden. Es umfaßte neben den Studienmodulen in Mexiko zahlreiche weitere Aktivitäten in Europa, die als interkulturelle Praktika dienten.
Die Abschließende Präsentation in Paris diente als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Master Programms Teaching Professional Theatre Practice.

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PAiR Performing Artists in Residence (2012-2014)

In jüngster Zeit haben sich zahlreiche Modelle von Künstlerresidenzen entwickelt, die zumeist auf die Identität eines bestimmten Ort Bezug nehmen, Arbeits- und Entfaltungsmöglichkeiten für Künstler und oft auch kulturelle Bildungsangebote für die Region bieten. Das Projekt untersuchte, wie verschiedene Residenzzentren organisiert sind, in welcher Form dabei künstlerische Weiterbildung geboten werden kann und wie der Produktionsprozess unterstützt wird.
Das PAiR Projekt wurde von dem langjährigen Partner, der International Research Location Schloss Bröllin gemeinsam mit Christine Schmalor entwickelt. Über eine europäische Lernpartnerschaft konnten zahlreiche Modelle verglichen und neue Strategien entwicklet werden.
Das entstanden Netzwerk PAiR will die europäische Dimension in den darstellenden Künsten fördern, da immer mehr Künstler Orte und Räume benötigen, um multinationale Produktionen zu schaffen. Bis heute sind Residenzprogramme für Darstellende Künste aus verschiedenen Gründen unterrepräsentiert.

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